hat normalerweise den vierten Ton: . Wenn die nächste Silbe ebenfalls im vierten Ton steht, wird daraus der steigende zweite Ton :

不是bú shì — ist nicht
不要bú yào — nicht wollen; nicht tun

Vor dem ersten, zweiten oder dritten Ton bleibt es bei : 不吃 (bù chī), 不行 (bù xíng), 不懂 (bù dǒng). Schriftzeichen und Bedeutung ändern sich nicht; nur der Tonverlauf beim Sprechen passt sich an.

Die Regel von bù zu bú

Nächste SilbeAussprache von 不Beispiel
Ton 1不说 bù shuō — nicht sagen
Ton 2不来 bù lái — nicht kommen
Ton 3不好 bù hǎo — nicht gut
Ton 4不对 bú duì — falsch

Das ist eine regelmäßige Tonsandhi-Regel des Standardmandarins. Eine Studie der Peking-Universität beschreibt sie formal als bù → bú vor einer Silbe im vierten Ton (Gao & Wu, 2022).

Häufige Wörter, in denen du bú hörst

Die Regel begegnet dir ständig, weil viele häufige Verben und Adjektive mit einer Silbe im vierten Ton beginnen:

  • 不是bú shì — ist nicht
  • 不会bú huì — nicht können; nicht werden
  • 不要bú yào — nicht wollen; nicht tun
  • 不去bú qù — nicht hingehen
  • 不看bú kàn — nicht ansehen
  • 不怕bú pà — keine Angst haben
  • 不错búcuò — nicht schlecht; ziemlich gut
  • 不一定bù yídìng — nicht unbedingt

Das letzte Beispiel zeigt, warum nur die unmittelbar folgende Silbe zählt. In 不一定 wird vor dem vierten Ton von als gesprochen. Direkt nach folgt also ein steigender Ton, weshalb hier bleibt.

Warum ändert sich der Ton?

Zwei volle vierte Töne hintereinander verlangen zwei steile Tonfälle. Wird der erste Ton zu einem Anstieg, entsteht eine flüssigere Steig-fall-Bewegung, ohne dass der Kontrast verloren geht. Das ist kein nachlässiges Verschleifen und auch keine freiwillige Abkürzung. Muttersprachler wenden dieses Muster im normalen zusammenhängenden Mandarin an.

Die Veränderung gilt speziell für . Sie bedeutet nicht, dass jede Silbe im vierten Ton vor einer weiteren vierten Silbe automatisch zum zweiten Ton wird. In anderen Folgen kann der erste Fall in schneller Sprache weniger vollständig ausfallen; das ist eine phonetische Anpassung, nicht diese lexikalische Sandhi-Regel.

Schreibt man im Pinyin bù oder bú?

Wörterbücher führen unter , seinem zugrunde liegenden Ton. Lehrwerke schreiben manchmal bú shì, um die tatsächliche Aussprache zu zeigen. Andere behalten bù shì bei und erklären die Regel getrennt.

Verlass dich deshalb nicht darauf, dass die gedruckte Tonmarkierung das Sandhi immer abbildet. Steht danach eine Silbe im vierten Ton, sprich die Verbindung als , auch wenn im Text steht.

Das neutrale 不 in A-nicht-A-Fragen

In kurzen Entscheidungsfragen mit bejahender und verneinter Form ist oft unbetont und kann neutral werden:

  • 好不好?hǎo bu hǎo? — Ist es gut? / Okay?
  • 去不去?qù bu qù? — Gehst du?
  • 看不看?kàn bu kàn? — Schaust du es an?
  • 是不是?shì bu shì? — Ist es so? / Stimmt’s?

Die mittlere Silbe ist kurz und leicht. In besonders deutlicher Aussprache oder manchen regionalen Sprechweisen kann ihr voller Ton stärker hörbar sein. Entscheidend ist, dass sie normalerweise nicht so betont wird wie ein allein stehendes, korrigierendes „Nein“.

Ähnlich leicht klingt häufig in Ergebnismöglichkeiten wie 看不懂 (kàn bu dǒng, beim Lesen oder Schauen nicht verstehen können). Das ist nicht mit der normalen bù/bú-Regel zu verwechseln.

Was passiert bei einer Pause nach 不?

Sandhi braucht eine folgende Silbe innerhalb derselben Sprechgruppe. Macht jemand nach eine Pause, um etwas zu betonen oder zu korrigieren, kann der klare vierte Ton erhalten bleiben:

不!我要去。

Bù! Wǒ yào qù.
Nein! Ich will hingehen.

Auch ein zögerndes 不……不一定 kann anders gegliedert sein als ein flüssiges 不一定. Tonregeln wirken in gesprochenen Gruppen, nicht anhand der Satzzeichen auf der Seite.

So übst du, ohne lange nachzudenken

Lege zwei kurze Gruppen an:

bù bleibt: bù chī, bù lái, bù hǎo, bù yídìng.

Wechsel zu bú: bú shì, bú huì, bú yào, bú duì.

Mische sie anschließend in einem Satz:

我不是不想去。

Wǒ bú shì bù xiǎng qù.
Es ist nicht so, dass ich nicht hingehen möchte.

Das erste wird vor dem vierten Ton von zu . Das zweite bleibt vor dem dritten Ton von bei . Ein einziger Satz trainiert beide Muster.

Vergleiche diese Regel mit den drei Tonformen von 一 und der ausführlicheren Erklärung, warum Töne in natürlicher Sprache anders klingen.